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Daihuang ©Erich Stöger

Verbot von Asarum, eine fragwürdige Sicherheitsphilosophie

Dt Zschr Akupunktur 54(2), 2011:47-50

Banning of Asarum – A Case of Questionable Safety Measures

Zusammenfassung

Xi xin – Radix et Rhizoma Asari – ist eine klassische Droge der chinesischen Medizin, die für verschiedene Anwendungen eine große Bedeutung hat und schwer zu ersetzen ist. Nachdem in den 90’er Jahren bekannt wurde, dass Aristolochiasäure(AA)-I und –II eine schwere Nephropathie und urotheliale Karzinome hervorgerufen können, fielen auch Aristolochiasäuregehalte inAsarumarten auf. Die in der Literatur veröffentlichten AA-I und AA-II-Gehalte sind jedoch meist gering und liegen teilweise unter der Nachweisgrenze. Dagegen weist das nicht offizinelleAsarum crispulatum einen extrem hohen Aristolochiasäuregehalt auf.

Borax oder Natriumtetraborat, chemische Formel Na2B4O7·10H2O, ist das Natriumsalz der Borsäure (H3BO3). Die Dosis wird mit 1,5 bis 3 g angegeben [1]. In der chinesischen Pharmakopöe ist es nicht enthalten. Borsäure, die toxikologisch mit Borax vergleichbar ist [2], wurde auch in westlichen Ländern bis in die 70er Jahre medizinisch verwendet, vor allem zu antiseptischen Zwecken, üblicherweise als 5%ige wässrige Lösung.

Hierbei handelt es sich um Quecksilberchlorid (Hg2Cl), die Dosis wird heute mit 0,1 bis 0,2g 1 bis 2mal täglich angegeben [1]. Als hochreines Produkt hat es eine relativ geringe Toxizität, da es schlecht in Wasser löslich ist. Unter Einwirken von Licht oder durch Erhitzen in Lösung zerfällt es in Hg und hochtoxisches HgCl2 [2] und ist daher deutlich gefährlicher als Cinnabaris.

Bei Cinnabaris handelt es sich um ein natürlich vorkommendes Mineral, das Quecksilber­sulfid (HgS) enthält. Dieses wird sehr schlecht resorbiert. Autoren auch aus heutiger Zeit spielen teilweise das Risiko herunter und behaupten, es werde gar nicht resorbiert und sei daher unschädlich. Wenn es gar nicht resorbiert würde, stellt sich die Frage, wie es denn eine Wirkung entfalten sollte. Tatsächlich werden bei oraler Aufnahme knapp 0,2% resorbiert, die sich zum großen Teil in der Niere anreichern. Ins Gehirn gelangt etwa ein Zehntel dieser Menge. Über die Aufnahme über die Haut ist wenig bekannt [1].

Lithargyrum besteht hauptsächlich aus Bleioxid (PbO), weitere mögliche Bestandteile sind Bleidioxid (PbO2), metallisches Blei, Aluminium, Silizium, Eisen, Calcium, Magnesium und Siliziumdioxid (SiO2), die orale Dosis wird mit 0,3 bis 0,9g angegeben [1]. Überwiegend wird/wurde es zur externen Anwendung eingesetzt. In der aktuellen Chinesischen Pharmakopöe ist es nicht enthalten.

Hierbei handelt es sich um rotes Bleioxid (Pb3O4) als natürlich vorkommendes Mineral. Die Dosis wird mit 0,3 bis 0,6 g in Pillen oder als Pulver angegeben, die maximale Einzeldosis mit 1,5 g [1]. Überwiegend wird/wurde es aber zur externen Anwendung eingesetzt. In der chinesischen Pharmakopöe ist es nicht aufgeführt. Es gibt verschiedene Berichte über Bleivergiftungen unter Minium. Darunter ist auch ein Todesfall, der nach 13 Tagen unter einer täglichen Dosierung von 1,5 g per os auftrat [2].

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