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danggui ©Erich Stöger

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Axel Wiebrecht und Uwe Gasser
2004

"Rattengift" in chinesischen Heilmitteln? 

aus: Deutsche Zeitschrift für Akupunktur (DZA) 47(4),2004:49-51

Unter dieser Überschrift - allerdings ohne Fragezeichen - erschien Ende Juni ein Artikel im Greenpeace Magazin Nr. 4/2004 [1]. Berichtet wird über einen Fall des Allgemeinmediziners Rainer PliessŸ aus Sulzheim, Unterfranken. Eine schwangere Frau, die wegen Neurodermitis einen chinesischen Heilkräutertee getrunken hatte, sei "krebsrot und mit Pusteln übersät" in seine Praxis gekommen. Herr PliessŸ lieߟ die Heilkräuter in einem Labor auf Schadstoffe analysieren, wonach sich in der Probe 60 µg/kg Cadmium, 30 µg/kg Thallium und 990 µg/kg Blei fanden. Die Kräuter wurden aus einer deutschen Apotheke bezogen. Herr Pliess führte die Reaktion der Patientin auf die Schwermetallbelastung zurück.

Herr Pließ setzt seine unqualifizierten Angriffe auf die chinesische Medizin fort

(Pressemitteilung des CTCA vom 07.04.2005)

Im März 2005 schickte der Allgemeinarzt aus Oberfranken Rainer Pliess ein Schreiben mit scharfen Angriffen gegen die Qualität chinesischer Kräutertees an verschiedene Medien (u.a. Spiegel, Stern, Focus, Report, Monitor), aber auch an die Staatsanwaltschaft Berlin. Eine frühere Veröffentlichung seiner Thesen im Greenpeace-Magazin vom Juni 2004 hat das CTCA bereits in der Deutschen Zeitschrift für Akupunktur als unqualifiziert zurückgewiesen [1, s. unten].

Leserbriefe zu: „Krebs durch Kräutermix“, Süddeutsche Zeitung vom 22.12.2009

Der Brief von Axel Wiebrecht wurde in unvollständiger Form veröffentlicht-ohne Wissen des Autors!

 Der Brief von Erich Stoeger wurde überhaupt nicht veröffentlicht.

 Leserbrief zum Artikel „Chinesische Medizin – Krebs durch Kräutermix“, Süddeutsche Zeitung vom 22.12.2009 von Axel Wiebrecht

Greenpeace veröffentlichte kürzlich eine Studie zur Qualität chinesischer Arzneidrogen. Diese beinhaltete eine Untersuchung auf Pestizidrückstände von 7 verschiedenen Drogen, von welchen Proben aus verschiedenen westlichen Ländern getestet wurden. Für Deutschland wurden 5 Proben untersucht. Das Resultat: „In Deutschland hat Greenpeace 38 unterschiedliche Pestizide in gerade mal fünf Proben gefunden. In 23 Fällen lagen die gefundenen Rückstände über der gesetzlichen Höchstmenge.“

*Leicht veränderte Fassung eines Artikels aus der Deutschen Zeitschrift für Akupunktur 2016;59(4): 33-35

Zusammenfassung

Eine Autorengruppe um den Erstautor Rolf Teschke hat in den letzten Jahren mehrere Artikel in internationalen Zeitschriften zur vermeintlichen Hepatotoxizität chinesischer Arzneimittel verfasst. Rolf Teschke hat sich des Öfteren als kritischer Wissenschaftler gezeigt, der immer wieder eine sorgfältige Kausalitätsbestimmung mittels der CIOMS-Skala bei Verdacht auf Arzneimittel-verursachter Lebertoxizität einforderte. Im Falle der chinesischen Arzneimittel werden jedoch sämtliche Grundsätze vergessen. Ein Review, das behauptet, dass der Zusammenhang mittels der CIOMS-Skala für 28 von 57 Arzneidrogen bzw. Kombinationsmittel nachgewiesen sei, beruht teilweise auf wissenschaftlich wertlosen Fallberichten und unhaltbaren Kausalitätsaussagen. In einigen Fällen hat eine CIOMS-Prüfung gar nicht stattgefunden, dennoch werden diesen Fällen CIOMS-Werte untergeschoben. Selbst diese Werte halten einer Überprüfung bei Weitem nicht stand. Der TCM rechnen die Autoren fälschlicherweise auch Arzneidrogen zu, die ausschließlich in der westlichen Medizin verwendet werden. Bezüglich zweier „Kampo“-Arzneimittel, die mit dem Appetithemmer N-nitroso-Fenfluramin verfälscht wurden, wird die Hepatotoxizität ohne stichhaltige Gründe den enthaltenen Kräutern angelastet, obwohl aufgrund von Studien und Aussagen des japanischen Gesundheitsministeriums die chemische Beimischung dafür verantwortlich zu machen ist.


Eine Stellungnahme des Centrums für Therapiesicherheit in der Chinesischen Arzneitherapie (CTCA) zu einem Artikel von Chris Dhaenens in der „Naturheilpraxis“

Vorbemerkung

Die Aristolochia-Story findet so leicht kein Ende. Eigentlich sollte sie der Vergangenheit angehören, weil Arzneidrogen, die Aristolochiasäure enthalten, in vielen Ländern der Welt verboten sind. Das gilt auch für China und Taiwan. Dennoch kursieren in der TCM-Welt vereinzelt noch falsche Vorstellungen bzw. mangelnde Informationen über das Problem. Der Belgier Chris Dhaenens veröffentlichte im Jahre 2013 einen Artikel über das Thema im englischen „Journal of the Register of Chinese Herbal Medicine“ [1]. Aufhänger war, dass Kritiker der Phytotherapie uns diese Geschichte immer wieder vorhalten, so in einem Artikel im Lancet Oncology, wo wegen eines aufgetretenen Leberschadens unter Arsenoxid(!) ohne inhaltlichen Zusammenhang auf die Aristolochia-Story verwiesen wurde. So sehr die Kritik an derartigen Links berechtigt ist, so sehr muss die Problemverharmlosung von Chris Dhaenens kritisiert werden. Da der Artikel kürzlich in der Zeitschrift „Naturheilpraxis“ auf Deutsch nach­gedruckt wurde, sieht sich das CTCA zu einer Stellungnahme veranlasst. Die TCM-Welt muss in dieser Frage, auf die es eine sehr eindeutige Antwort gibt, klar Stellung beziehen, sonst kann man ihr mit Recht mangelndes Realitätsbewusstsein in Sicherheitsfragen vorwerfen. Da uns die „Naturheilpraxis“ für unsere Stellungnahme nur beschränkten Raum zur Verfügung stellen wollte, musste für diese Zeitschrift eine stark gekürzte Fassung einge­reicht werden. Hier finden Sie den vollständigen Text.

In letzter Zeit mussten verschiedene Apotheken, insbesondere in Bayern, den Vertrieb chinesischer Granulate einstellen. Hintergrund sind neue Anforderungen der Pharmazieräte an den Vertrieb von Granulaten, die in den verschiedenen Bundesländern jedoch unterschiedlich gehandhabt werden. Bei wortgetreuer Umsetzung der Anforderungen sind die Hürden so beschaffen, dass sich die betroffe­nen Apotheken nicht mehr in der Lage sehen, diese unter realistischen Bedingungen zu nehmen und den Vertrieb einstellen. Besonders die laut Apothekenbetriebs­ordnung von den Apotheken vorzu­neh­­­mende Identitätsfeststellung eingesetzter Rezepturbestand­teile spielt eine tragende Rolle.

Seit Ende 2016 stehen Granulate der Chinesischen Medizin unter kritischer Betrachtung seitens der Aufsichtsbehörden, was in zunehmendem Maße zum Vertriebsverbot für Apotheken geführt hat. Derzeit droht auch in Berlin der Entzug der behördlichen Genehmigung. Ein deutschlandweites Verbot von TCM-Granulaten steht somit im Raum.

Nach den gültigen Vorschriften müssen importierte Granulate vom Importeur bzw. von EUanerkannten Instituten auf Identität und Unbedenklichkeit hinsichtlich mikrobiologischer Belastung, Kontamination durch Schwermetalle, Pestizide oder auch Aflatoxine geprüft werden. Entsprechende Zertifikate muss die deutsche Apotheke nachweisen können. Grundsätzlich sind die Apotheken gehalten, noch einmal die Identität zu bestätigen (In-house- Prüfung). Hierfür wurden bisher verschiedene Verfahren eingesetzt, die aber nach den aktuellen Anforderungen nicht mehr ausreichen.

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