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danggui ©Erich Stöger

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Herr Pließ setzt seine unqualifizierten Angriffe auf die chinesische Medizin fort

(Pressemitteilung des CTCA vom 07.04.2005)

Im März 2005 schickte der Allgemeinarzt aus Oberfranken Rainer Pliess ein Schreiben mit scharfen Angriffen gegen die Qualität chinesischer Kräutertees an verschiedene Medien (u.a. Spiegel, Stern, Focus, Report, Monitor), aber auch an die Staatsanwaltschaft Berlin. Die von Herrn Pliess aufgestellten Behauptungen erweisen sich bei näherer Analyse als nicht haltbar. Die anzuwendenden Grenzwerte, die angeblich "unglaublich" überschritten werden, werden von ihm erst gar nicht benannt.

Axel Wiebrecht und Uwe Gasser
2004

"Rattengift" in chinesischen Heilmitteln? 

aus: Deutsche Zeitschrift für Akupunktur (DZA) 47(4),2004:49-51

Unter dieser Überschrift - allerdings ohne Fragezeichen - erschien Ende Juni ein Artikel im Greenpeace Magazin Nr. 4/2004 [1]. Berichtet wird über einen Fall des Allgemeinmediziners Rainer PliessŸ aus Sulzheim, Unterfranken. Eine schwangere Frau, die wegen Neurodermitis einen chinesischen Heilkräutertee getrunken hatte, sei "krebsrot und mit Pusteln übersät" in seine Praxis gekommen. Herr Pliess führte die Reaktion der Patientin auf  Schwermetallbelastung zurück, stellte seine Daten dazu aber nicht zur Überprüfung zur Verfügung.

Leserbriefe zu: „Krebs durch Kräutermix“, Süddeutsche Zeitung vom 22.12.2009

Der Brief von Axel Wiebrecht wurde in unvollständiger Form veröffentlicht-ohne Wissen des Autors!

 Der Brief von Erich Stoeger wurde überhaupt nicht veröffentlicht.

Meilenweit an der Realität vorbei

Der Autor erweckt den Eindruck, als würden in Deutschland nach dem „schlichten Glaubenssatz“ „Kräuter sind gesund“ munter Aristolochiasäure-haltige Pflanzen in der chinesischen Heilkunde eingesetzt. Diese Unterstellung -naiv oder wieder besseren Wissens- geht meilenweit an der Realität vorbei. Über die längst bekannte Aristolochiasäure-Problematik berichtete die SZ bereits am 28.03.2000, sehr viel sachlicher.

Greenpeace veröffentlichte kürzlich eine Studie zur Qualität chinesischer Arzneidrogen. Das Resultat: „In Deutschland hat Greenpeace 38 unterschiedliche Pestizide in gerade mal fünf Proben gefunden. In 23 Fällen lagen die gefundenen Rückstände über der gesetzlichen Höchstmenge.“ Sind die gefundenen Werte für in Deutschland vertriebene chinesische Arzneidrogen repräsentativ? Nein, denn keine der Proben wurde in einer Apotheke gekauft. Alle Proben wurden in Lebensmittelläden (Asiashops) gekauft und stammen vom selben Grosshändler.

*Leicht veränderte Fassung eines Artikels aus der Deutschen Zeitschrift für Akupunktur 2016;59(4): 33-35

Rolf Teschke hat in den letzten Jahren mehrere Artikel in internationalen Zeitschriften zur vermeintlichen Hepatotoxizität chinesischer Arzneimittel verfasst. Er hat sich des Öfteren als kritischer Wissenschaftler gezeigt, in Bezug auf die chinesischen Arzneimittel werden von ihm jedoch sämtliche Grundsätze vergessen. Ein Review, das behauptet, dass der Zusammenhang mittels der CIOMS-Skala für 28 von 57 Arzneidrogen bzw. Kombinationsmittel nachgewiesen sei, beruht teilweise auf wissenschaftlich wertlosen Fallberichten und unhaltbaren Kausalitätsaussagen.

Die Aristolochia-Story findet so leicht kein Ende. Eigentlich sollte sie der Vergangenheit angehören, weil Arzneidrogen, die Aristolochiasäure enthalten, in vielen Ländern der Welt verboten sind. Das gilt auch für China und Taiwan. Dennoch kursieren in der TCM-Welt vereinzelt noch falsche Vorstellungen bzw. mangelnde Informationen über das Problem.
Eine Stellungnahme zum Artikel von Chris Dhaenens 2013, verfasst von Axel Wiebrecht, Centrum für Therapiesicherheit in der Chinesischen Arzneitherapie (CTCA), erschienen in der „Naturheilpraxis“.

In letzter Zeit mussten verschiedene Apotheken, insbesondere in Bayern, den Vertrieb chinesischer Granulate einstellen. Hintergrund sind neue Anforderungen der Pharmazieräte an den Vertrieb von Granulaten, die in den verschiedenen Bundesländern jedoch unterschiedlich gehandhabt werden. Bei wortgetreuer Umsetzung der Anforderungen sind die Hürden so beschaffen, dass sich die betroffe­nen Apotheken nicht mehr in der Lage sehen, diese unter realistischen Bedingungen zu nehmen und den Vertrieb einstellen.

Seit Ende 2016 stehen Granulate der Chinesischen Medizin unter kritischer Betrachtung seitens der Aufsichtsbehörden, was in zunehmendem Maße zum Vertriebsverbot für Apotheken geführt hat. Derzeit droht auch in Berlin der Entzug der behördlichen Genehmigung. Ein deutschlandweites Verbot von TCM-Granulaten steht somit im Raum.